Die letzten Monate haben sich wie eine Zeit beispielloser Veränderungen angefühlt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das daran liegt, dass sich der Wandel selbst beschleunigt hat, oder daran, dass sich mein Bewusstsein für diesen Wandel geschärft hat.

Die Änderungen bei X scheinen die geschlossene Inhaltsblase zum Platzen gebracht zu haben. Ich sehe viel mehr Dinge, nach denen ich nicht gesucht hätte oder denen ich zuvor keine Beachtung geschenkt habe, und die Menge an Informationen ist geradezu überwältigend.

Das Seltsame daran ist, wie effektiv das ist. Auch wenn sich die Inhalte auf X von früher unterscheiden, sind die Gehirne langjähriger Nutzer bereits darauf trainiert, Informationen in einem ganz bestimmten Format aufzunehmen. Wenn sich die Inhalte ändern, das Format aber gleich bleibt, entstehen fast keine Kosten für den Kontextwechsel.

Ein anspruchsvollerer Autor würde wahrscheinlich Neuroplastizität, kognitive Schemata und Lernbeschleunigung anführen. Die einfachere Erklärung lautet: Standardisierung erhöht die Geschwindigkeit, mit der wir lernen können. Ein Formatwechsel ist aufwendig. Das Gehirn muss sich neu konfigurieren, bevor es etwas aufnehmen kann.

Bei Computern ist das nicht viel anders. Auch bei LLMs (großen Sprachmodellen) ist das nicht viel anders. Weicht man weit genug von einem gemeinsamen Schema oder Standard ab, könnte man genauso gut auf einer Insel sein – sei es rechnerisch, sozial, finanziell oder in anderer Hinsicht.

Ich habe dieses Wochenende ein wenig mit isitagentready.com und orank.ai herumgespielt, und dadurch wurde mir das besonders bewusst. Die Einführung einer neuen Sprache oder eines neuen Schemas bei Menschen, die nicht neugierig sind oder nur sehr wenig Zeit haben, ist mit hohem Risiko verbunden. Das Gleiche gilt für LLMs, die rücksichtslos auf Geschwindigkeit und Mustererkennung optimiert sind.

Die Sprache, mit der wir Computern vermitteln, was sich auf einer Website oder in einem Produkt befindet, scheint sich grundlegend zu verändern. Lange Zeit waren wir größtenteils auf SEO, Open Graph und relativ geringfügige Schema-Aktualisierungen beschränkt. Das reicht mittlerweile nicht mehr aus.

Neue Ideen verbreiten sich schneller, wenn sie in vertrauten Formaten auftauchen.