Matt Harris hat vor einigen Jahren diesen fantastischen Vortrag über die Vertikalisierung von FinTech gehalten. Für mich lässt sich das Ganze kurz und knapp so zusammenfassen: Es wird eine Menge hochwertiger Technologie entwickelt und über mehrere Kundenbranchen hinweg skaliert werden. Wenn Sie etwas Zeit haben, empfehle ich Ihnen, sich das folgende Video anzusehen.

Diese horizontalen Technologien sind überzeugend, und eine Reihe von Unternehmen hat von dieser Chance profitiert.

Wenn man sich die Websites fast aller B2B-Zahlungsdienstleister ansieht, stellt man fest, dass in den Anwendungen viele Branchen vertreten sind. Dieselben Produkte lassen sich effektiv an jeden Anwendungsfall anpassen. Das führt dazu, dass horizontale Technologieanbieter für eine Vielzahl von Anwendungsfällen tätig sind. Ich stelle mir das folgendermaßen vor:

Web2 vertical market structure diagram showing siloed industry platforms

Wenn ich über Web3 nachdenke, kommt mir diese Parallele oft in den Sinn, doch es gibt auch einzigartige Unterschiede, die es zu würdigen gilt. Insbesondere in diesem neuen Kontext beginnen die Diskussionen oft mit dem Ökosystem oder Layer 1, anstatt mit der Branche oder dem Anwendungsfall.

Blockchains haben den Fokus auf Ökosysteme verlagert.

Jede Layer-1-Kette bietet eine Reihe potenzieller Anwendungsmöglichkeiten, doch in der Anfangsphase dreht sich die Diskussion weniger um die vertikale Branche als vielmehr um die Bedürfnisse des Ökosystems – es geht also darum, zunächst Lösungen für das Ökosystem zu finden, anstatt für einen bestimmten vertikalen Anwendungsfall.

Diese Verschiebung ist faszinierend, denn wenn etwas gut für das Ökosystem ist, wird es wahrscheinlich auch für Branchen geeignet sein, die diese Kette nutzen. Wenn man über Einzelhandelsketten wie Ethereum spricht, folgen schnell offensichtliche vertikale Anwendungen. Wenn man sich mit institutionellen Ketten befasst, tauchen Dinge wie Canton auf – und damit auch unterschiedliche Ökosysteme. Die Chancen sehen dann langsam ein wenig so aus.

Web3 ecosystem diagram showing interconnected protocols replacing vertical silos

Der Gedankengang hat sich leicht verschoben, und einige der faszinierendsten Chancen scheinen ökosystemübergreifend oder kettenübergreifend zu sein. Ich schätze es sehr, wie offen und hilfsbereit die Menschen sind, die in diesem Bereich entwickeln. Wann immer ich auf ein Hindernis stoße, ist Hilfe immer gleich um die Ecke.

Der Einstieg in vertikale Märkte kann Jahre dauern, manchmal sogar ein Jahrzehnt. In den Ökosystemen scheint jeder sein eigenes so gestaltet zu haben, dass es äußerst einladend ist. Aus diesem Grund sind Fortschritte schon innerhalb weniger Stunden möglich.

Danksagungen

Matt Harris für einen Vortrag, der eindeutig nachwirkt. Alka Gupta und Eric Saraniecki für ihr Feedback zu verschiedenen Überlegungen, die in diesen Beitrag und einige damit verbundene Arbeiten eingeflossen sind. Auren Hoffman dafür, dass er mich dazu inspiriert hat, meine gekritzelten Notizen beim Schreiben zu verwenden.